Inhalt - Höhentraining
Höhentraining
Warum es sich lohnt, mit Rindern und Kühen auf die Alp zu fahren
Bergferien. Ein Landwirt, der seine Rinder und Kühe zur Sömmerung auf die Alp gibt, entlastet sich von Arbeit und kann auf seinem Talbetrieb mehr Futter für den Winter einbringen. Seinen Tieren mutet er ein hartes Training zu: Auf der Alp ist das Klima rau, das Futter karg, die Wege zur Weide weit, das Gelände steil und schwer begehbar. Doch nach drei bis vier Monaten auf der Alp kommen die Tiere gesund und gestärkt zurück ins Tal.
Trainingseffekt. Die Wirkungen der Sömmerung sind vielfältig:
- Wegen des knappen Futterangebots sinkt der Energiestoffwechsel der Tiere. Sie legen weniger Gewicht zu und geben weniger Milch. Zurück im Tal fressen die gealpten Tiere dann mehr. Im Lauf des Winter holen sie den Wachstumsrückstand teilweise wieder auf.
- In der Höhe steigt die Zahl der roten Blutkörperchen, weil sich der Organismus dem geringeren Sauerstoffgehalt der Luft anpasst. Die Rinder erleben den gleichen Trainingseffekt wie Spitzensportler im Höhentraining.
- Die intensive Laufarbeit in den Bergen stärkt die Knochen, Sehnen und Muskeln der Tiere.
- Auf der Alp produzieren Rinder mehr Wachstumshormone. Darum wächst das Eutergewebe in der Pubertät stärker. Gealpte Rinder geben daher in der ersten Laktation tendenziell mehr Milch als nicht gealpte.
- Gemäss einer deutschen Studie werden gealpte Kühe ein Jahr älter als Kühe, die nie Alpluft atmen können.
Fazit. Die Alpsömmerung lohnt sich für die Rinder. Sie lohnt sich aber auch für alle, die in den Bergen Erholung und Kraft suchen: Das Wegnetz in den Bergen bleibt unterhalten, überall sprudeln Wasserbrunnen und auf manchen Alpen gibt’s Milch, Butter und Käse zu kaufen.
