Inhalt - Ökolohn
Ökolohn
Wie der Bund die Ökologie in der Landwirtschaft fördert
Direktzahlungen. Seit 1993 zahlt der Bund den Bauernfamilien Direktzahlungen für die Erhaltung ökologischer Ausgleichsflächen: Hecken, Ufergehölze, Obst-Hochstammbäume, Streueflächen, usw. Für extensiv genutzte Wiesen und Weiden betragen die Bundesbeiträge pro Hektare Fr. 1500.- im Ackerbaugebiet, Fr. 1200.- in der Hügelzone, Fr. 700.- in der Bergzone. 1 Hektare = 10'000 Quadratmeter, entspricht etwa der Fläche eines Fussballfeldes.
Agrarpolitik. Die gegenwärtige Agrarpolitik 2002 basiert auf den Zielsetzungen, dass die Bauernfamilien einerseits marktgerecht, anderseits natur- und umweltgerecht produzieren. Ein unmöglich scheinender Spagat: Auf dem Markt sind günstige Preise gefragt. Günstige Preis rufen aber nach einer Produktion mit minimalen Kosten, und dabei bleibt die Natur meist als erste auf der Strecke.
Natur- und umweltgerecht produzieren heisst: Bei der Produktion den Boden- und die Gewässer schonen sowie die Vielfalt wildwachsender Pflanzen und Tiere erhalten. Der Bund bestimmt die Vorschriften für die Erhaltung ökologischer Ausgleichsflächen und lässt deren Einhaltung kontrollieren. Die Bauern bekommen die Zahlungen des Bundes nur, wenn sie die Vorschriften nachweislich erfüllt haben.
8 Prozent Ausgleichsflächen. Ende 1999 waren in der Schweiz 88’500 Hektaren ökologische Ausgleichsflächen ausgeschieden, 8 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dafür richtete der Bund 81 Millionen Franken Ökobeiträge aus, und zusätzlich 37 Millionen für die 2,5 Millionen Hochstamm-Obstbäume.
Kantonale Leistungen. Auch einzelne Kantone bezahlen den Bauernfamilien einen Ökolohn: So zahlt der Kanton Solothurn im Mehrjahresprogramm Natur und Landschaft angemessene Abgeltungen für zusätzliche freiwillige naturschützerische Leistungen. Das Ziel: Landwirtschaftliche Gebiete sollen verschieden intensiv genutzt werden, insbesondere ist ein hoher Anteil ungedüngter Flächen anzustreben.
Wohlstand. Wirtschaftliches Wohlergehen ist die Voraussetzung für diese Art der Politik. Nachdem wir das Grundbedürfnis der Nahrungsversorgung gedeckt haben, wenden wir nun auch Geld auf zur Erhaltung der Natur.
