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Knollentöchter
Wie der Bauer aus Saatkartoffeln Speisekartoffeln heranzieht
Das Saatgut. Gesundes Saatgut ist eine Voraussetzung für qualitativ einwandfreie Speisekartoffeln. Der Landwirt kauft normalerweise im November zertifiziertes Kartoffel-Saatgut. Das sind Saatkartoffeln, die geprüft und garantiert gesund sind, nicht von Viren befallen und in vorgeschriebener Grösse sortiert. Während des Winters werden die Saatkartoffeln bei 2 bis 5 Grad Celsius gelagert.
Das Vorkeimen. Mit genau dosierter Wärme und mit Licht beginnt der Landwirt im Februar bis März (je nach Sorte) die Saatkartoffeln keimen zu lassen. Aus den Augen der Kartoffeln beginnen Keime zu wachsen. Sie sollen bei der Pflanzung kurz und kräftig sein. Vorgekeimte Kartoffeln wachsen nach der Pflanzung rascher als nicht vorgekeimte. Sie werden weniger von Krankheiten befallen, bedecken den Boden rascher und unterdrücken das Wachstum von Unkräutern. Später bilden sie grössere und gesündere Tochterknollen. Der Ertrag wird grösser.
Die Pflanzung. Kartoffeln werden Ende März bis Ende April gepflanzt, wenn der Boden genügend warm und abgetrocknet ist (Frühkartoffeln schon Anfang März). Bei der Pflanzung dürfen die Keime nicht beschädigt werden. Für einen Acker von 100 mal 100 Meter Fläche (= 1 Hektare) braucht es etwa 50'000 Saatkartoffeln. Anfangs bezieht die wachsende Pflanze die Nährstoffe von der Saatkartoffel. Später, wenn die Triebe Wurzeln gebildet haben und die Pflanze aus dem Boden herausgewachsen ist, ernährt sie sich aus der Erde.
Die Pflege. Der Landwirt reguliert – mechanisch mit dem Hackgerät oder chemisch – die Unkräuter, damit diese die Kartoffelpflanzen beim Wachsen nicht konkurrenzieren. Mit dem Hackgerät hält er den Boden locker und luftig für eine gute Wasser- und Nährstoffaufnahme. Er formt Dämme, um die wachsenden Tochterknollen bedeckt zu halten, denn am Licht würden sie grün und giftig werden. Weitere Pflegemassnahmen sind die Bekämpfung von Krankheiten, vor allem der Kraut- und Knollenfäule, und wenn nötig die Bewässerung der Kartoffelpflanzen. Diese müssen regelmässig mit Wasser versorgt sein, um gut Tochterknollen zu bilden.
