Inhalt - Milchschnitte

Milchschnitte

Wie die Kunstwiesen Kreisläufe auf dem Bauernhof schliessen.

 

Die Fruchtfolge. Wenn man auf dem gleichen Acker während Jahren immer nur Kartoffeln oder Raps oder Weizen anpflanzen würde, gäbe es bald Probleme mit Krankheiten und Schädlingen, weil der Boden einseitig genutzt wird. Daher wählt der Bauer – abgestimmt auf seinen Betrieb – mehrere Kulturen, die er im Lauf der Jahre in gleicher Folge anpflanzt. Diesen Kreislauf nennt man "Fruchtfolge".

Ökologie und Ökonomie. Die Kunstwiese ist in der Fruchtfolge von besonderem Wert. Sie bedeckt den Boden während mehreren Jahren, schützt ihn vor starkem Regen und vor Austrocknung und gibt ihm Zeit, sich zu erholen (sie unten "Kurlaub"). Die Kunstwiese liefert auch eine Menge bestes Wiesenfutter für das Vieh. Jährlich 10'000 bis 14'000 Kilogramm Milch lassen sich mit dem Gras einer Hektare Kunstwiese produzieren, 1 bis 1,4 Liter Milch pro Quadratmeter. Das ist möglich, weil wir in der Schweiz ein futterwüchsiges Klima und ideale Böden haben. Die Kunstwiese erfüllt also ökologische und ökonomische Zielsetzungen.

Der Pflanzen-Tier-Kreislauf. Kunstwiesen spielen eine Rolle in einem weiteren Kreislauf auf dem Bauernhof: Die Pflanzen ziehen Nährstoffe aus dem Boden, die bei der Ernte vom Feld weggeführt und den Tieren verfüttert werden. Diese fressen und verwerten einen Teil der Nährstoffe, den Rest scheiden sie aus. Als Mist oder Gülle – in einer Düngungsbilanz berechnet und  auf den Acker gebracht – stehen die Nährstoffe den Pflanzen dann wieder zur Verfügung.

Weg aus den Hungersnöten. Die Entdeckung dieses Pflanzen-Tier-Dünger-Pflanzen-Kreislaufs begründete vor 200 Jahren die intensive Landwirtschaft. Die Menschen begannen damals, auf ihren Feldern nicht nur Getreide anzusäen, sondern auch Tiere zu halten. So hatten sie in schlechten Getreidejahren trotzdem Nahrung. Das war ein Anfang, um die früher immer wieder vorkommenden Hungersnöte zu vermeiden.

Fusszeile