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Kulturnatur

Wie unsere Landschaften geschaffen wurden


Naturlandschaft: Gebirge falten sich. Gletscher schleifen, schmelzen, lassen Moränen zurück. Wasser nagt, trägt weg, lagert ab. Pflanzen spriessen, wachsen, wuchern. Kulturlandschaft: Jetzt kommt der Mensch, er rodet, sät und erntet.

Naturlandschaft
Ursprünglich geformt wurden die grossen Landschaften der Schweiz – die Alpen, Voralpen, das Mit-telland und der Jura – im Lauf von Jahrmillionen. Die Auffaltung der Alpen zum Beispiel begann vor 30 bis 50 Millionen Jahren mit dem Zusammentreffen der eurasischen mit der afrikanischen Kontinen-talplatte. Das Mittelland wurde wesentlich in den Eiszeiten der letzten 2,6 Millionen durch die Glet-scher und ihre Ablagerungen modelliert und in den dazwischen liegenden Warmzeiten jeweils von Pflanzen bewachsen.

Kulturlandschaft
Die heutige Landschaft in der Schweiz ist – ausser im Hochgebirge – eine Kulturlandschaft. Kultivie-ren heisst urbar machen, bearbeiten, pflegen. Der Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12’000 Jahren, am Ende der letzten Eiszeit, wahrscheinlich nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem Nahen Osten, später auch in Europa. Land bewirtschaftende Menschen haben die Landschaften auch in der Schweiz ursprünglich geprägt, indem sie Wald rodeten, Land urbar machten und Land-schaftselemente schufen wie Wiesen, Äcker, Obstgärten, Hecken, Einzelbäume. Während Jahrhun-derten hat die grossenteils bäuerliche Bevölkerung der Schweiz mit ihrem Wirtschaften einmalige Landschaften geschaffen, zum Beispiel im Emmental, im Jura, in der Lavaux am Genfersee, im Tes-sin usw. Seit 60 Jahren erst verändern wir mit unserem heutigen Leben und Wirtschaften und der damit ausgelösten Bautätigkeit die Landschaft einschneidend – mit zunehmendem Tempo.

 

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