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Schnittspiel
Warum der Baumschnitt eine fruchtbare Arbeit ist
Bäume schneiden sieht spielerisch leicht aus, ist aber viel Know how und Arbeit. Obstbäume wachsen nach dem Schnitt gezielt fröhlich, Licht lässt das Obst gut reifen, Luft umspielt die Blätter und schützt vor Mehltau und Maden.
Astwerk gestalten. Wer gesundes, reifes Obst ernten will, muss seine Hochstammbäume alle 2 bis 3 Jahre schneiden. Mit einer Hebebühne braucht man für einen Baum eine bis zwei Stunden. Mit der Leiter einen halben Tag. Der Obstbauer schneidet ganze Äste oder Zweige ab. Damit gibt er dem Baum einerseits die gewünschte Form, anderseits ordnet er das Astwerk so an, dass der Raum gleichmässig locker mit Ästen und Zweigen gefüllt ist. Bäume schneiden ist eine gestalterische Arbeit.
Wachstum anregen. Bäume schneiden verlangt auch viel Wissen. An der Schnittstelle staut sich der Saftstrom mit den Nährstoffen und der Baum bildet hier neue Triebe. Diese wachsen zu Zweigen aus, die im folgenden Jahr viele Blüten und Früchte tragen. Das funktioniert aber nur, wenn an der Schnittstelle noch ein dünner Ast vorhanden ist, der den Saftstrom weiterleitet. Wenn zu viel weggeschnitten wird, wachsen ausschliesslich Langtriebe, sogenannte Wasserschosse mit Blättern ohne Blütenknospen.
Baum verjüngen. Regelmässiger Schnitt verjüngt den Baum. Obstbäume können bis 300 Jahre alt werden. Bäume, die nicht geschnitten werden, verzweigen sich an den Ast- und Zweigspitzen mehr und mehr. Das sich verdichtende Astwerk lässt dann immer weniger Licht und Luft in den Baum eindringen. Die Bäume vergreisen. Das Klima im Innern des Baumes wird dumpf und feucht – ein Nährboden für Pilzkrankheiten (Mehltau, Schorf) und Maden. Damit das Obst gesund und gut reift, braucht es Licht und Sonnenwärme, braucht der Baum den regelmässigen Schnitt.
