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Flotzmaul

Warum das Rind kann, was wir nicht können.

 

Zellulose verdauen. Zellulose ist der Hauptbestandteil der pflanzlichen Zellwände. Zellulose ist eine Kohlenhydratverbindung, komplizierter aufgebaut als Zucker und Stärke. Der Mensch kann Zucker und Stärke mit seinen Verdauungssäften auflösen, Zellulose aber nicht. Die Wiederkäuer – Kuh, Schaf, Ziege, Hirsch – können Zellulose mit ihrem vierhöhligen Magensystem verdauen.

Fressen.  Rinder haben keine oberen Schneidezähne und können darum das Gras nicht abbeissen. Sie rupfen es ab, wie oben beschrieben. Das Gras rutscht durch die Speiseröhre in den Netzmagen und von dort in den Pansen, den zweiten Vormagen.

Vergären.  Im Pansen vergärt das Gras. Er zieht sich rhytmisch zusammen und durchmischt den Futterbrei. Gleichzeitig greifen Mikroben die chemisch schwer abbaubaren Pflanzenmoleküle an und brechen sie auf. Die Kuh schluckt dann den vorverdauten Futterbrei zurück ins Maul.

Wiederkauen.  In vierzig bis sechzig Kaubewegungen zermahlt die Kuh die einzelnen Portionen und schluckt sie wieder hinunter. Vier bis neun Stunden täglich verbringt sie in Ruhe beim Wiederkauen.

Verdauen. Im bisherigen Verdauungsprozess haben die Mikroben fleissig Zellulose und andere Kohlenhydrate abgebaut und Eiweisse aufgebaut. Jetzt kommt der Futterbrei in den Blättermagen, den dritten Vormagen, wo das Wasser abgepresst wird. Dann wird der eingedickte Brei im Labmagen weiter und im Darm fertig verdaut.

Grastier.  100 Kilogramm Gras oder 15 Kilogramm Heu frisst eine Kuh pro Tag. Weil in der Schweiz auf zwei Dritteln der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Gras und nur Gras wächst, sind schon die alten Schweizer auf die Kuh gekommen. Und es gibt nichts sinnvolleres, als Rinder, Schafe und Ziegen zu halten, wenn wir weiterhin eigene Milch und eigenes Fleisch geniessen und zugleich unsere Landschaft mit ihren Wiesen und Weiden pflegen wollen.

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