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Lustwandel

Wie Obstbauern bei der Produktion die Umwelt schonen.

 

Lockfallen aufhängen. Man bringt Dispenser – spaghettidünne Röhrchen mit einem Duftstoff – in die Obstanlage und verhindert den Nachwuchs  des Pflaumen- und des Apfelwicklers, wie oben beschrieben.

Nützlinge fördern. Es gibt Nützlinge, die der Obstbauer mit geeigneten Massnahmen fördern kann, damit sie als Feinde von Schadinsekten diese in Schach halten: Raubmilben sind Feinde der Spinnmilben; die Larven des Marienkäfers und der Schwebfliegen sowie Gallmücken ernähren sich von Blattläusen und dezimieren deren Bestände; Wanzen leben von Insekten und Milben.

Tolerante oder resistente Obstbaumsorten wählen. Wer bei der Pflanzung Obstsorten wählt, die tolerant oder resistent sind gegenüber Schadenerregern, kann die Zahl der Spritzungen gegen Insekten und Pilze vermindern.

Prognosedienste und Messwerte der Fachstellen nutzen. Regional werden das Infektionsrisiko von Blattschorf und der Sporenflug von Pilzen beobachtet und geschätzt. Auch die Blattbenetzungsdauer wird gemessen und daraus die Notwendigkeit von Fungizid-Spritzungen abgeleitet.

Nach dem Schadschwellen-Prinzip behandeln. Wenn man die Entwicklung einer Insektenpopulation kennt, kann man auch voraussagen, wie gefährlich das Insekt momentan ist. Und es lassen sich Schadschwellen ableiten, die erreicht sein müssen, bevor man das Insektizid einsetzt. So kann man die Anzahl der Spritzungen vermindern.

Gras und Kräuter wachsen lassen. Früher haben die Obstbauern die Streifen zwischen den Baumreihen mit Herbiziden das ganze Jahr unkrautfrei gehalten. Heute tun sie das nur noch bis einige Wochen nach der Blüte, damit sich 1. im Winter keine Mäuse ansiedeln und 2. die Obstbäume bis nach der Blüte ohne Nährstoffkonkurrenz durch andere Pflanzen sind. Wenn die Obstbauern dann die aufkommenden Kräuter und Gräser wachsen lassen, brauchen sie weniger Herbizide. Zudem verbessern sich die Struktur, die Wasseraufnahme und das Tierleben des Bodens.

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