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Schweinezyklus

Wie die Schweinehalter dem Diktat des Marktes begegnen

 

Marktspiel. Auf dem Schweinemarkt spielen Angebot und Nachfrage wie im Lehrbuch. Was oben für die Produktion beschrieben ist, spielt ebenso beim Konsum – mit umgekehrten Vorzeichen: Bei höheren Preisen kaufen die Leute im Laden weniger Schweinefleisch, bei tieferen Preisen mehr.

Zeitverzögerung. Tiere sind keine Ware. Darum reagiert die Schweineproduktion erst mit Zeitverzögerung auf die veränderten Preise. Wenn der Preis sinkt, stehen in den Aufzucht- und Mastbetrieben noch eine Menge Tiere, die erst Wochen und Monate später auf den Markt kommen. Zuerst müssen die Zuchtbetriebe weniger Ferkel produzieren. Erst später wird sich die rückläufige Tierzahl im Angebot auf dem Markt bemerkbar machen.

Nachfrage. Rund 25 Kilogramm Schweinefleisch pro Person und Jahr wird in der Schweiz konsumiert. Das ist die Hälfte des gesamten Fleischkonsums. Ein wesentlicher Grund für die grosse Nachfrage ist der im Vergleich zu andern Fleischarten günstige Preis. Allerdings ruft der tiefe Preis nach rationeller Produktion. Heute ist ein Grossteil der Schweineproduktion aufgeteilt in spezialisierte Zuchtbetriebe und Mastbetriebe.

Trend. Um – dem Diktat des Marktes folgend – die Investitionen tief zu halten und rentabler zu arbeiten, beginnen die Schweinehalter sich noch mehr zu spezialisieren und die Produktion weiter zu unterteilen in

  1. Deckbetriebe, wo die Sauen gedeckt und besamt werden
  2. Mutterschweinebetriebe, welche die trächtigen Sauen während der Tragzeit halten
  3. Abferkelbetriebe, wo die Sauen die Ferkel werfen und sie bis zur fünften Woche säugen
  4. Aufzuchtbetriebe, die dann die Ferkel bis 25 Kilogramm aufziehen
  5. Mastbetriebe, welche die Schweine bis zur Schlachtreife mästen.

 

Tierliebe. Dem Bauern liegt das Wohlergehen seiner Tiere am Herzen. Er weiss, dass nur glückliche Tiere gesund sind und die gewünschte Leistung bringen. Er wird alles dafür tun, dass es ihnen gut geht. Doch nochmals: Solche Tierliebe kostet ihren Preis.

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