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Lockpfosten werben für Respekt vor den Bauernfamilien und ihrer Arbeit
Lockpfosten stehen an Spazier- und Wanderwegen in der deutschen und rätoromanischen Schweiz. Sie stoppen die Vorbeigehenden, machen sie neugierig, informieren kurz und knapp und versprechen mehr Infos auf dem Internet. Auf den Lockpfosten steht wenig bekanntes Wissen zu dem, was alltäglich auf Bauernbetrieben geschieht.
Drei – manchmal auch sechs – weiss gestrichene, viereckige Pfosten stehen entlang von Spazier- und Wanderwegen nebeneinander, hintereinander, im Dreieck oder in einer anderen Figur beieinander. Sie leuchten von weitem und locken die Vorbeigehenden an. Wer in die Nähe kommt, dem fallen die zusammengesetzten Wörter auf, die auf den Pfosten stehen: Kronjuwel, Spiessgesellen, Kunstgewerbe, Geiztrieb, Flotzmaul, ...
Des Rätsels Lösung
Wer noch näher tritt, kann die Lösung der Rätselwörter (oder Lockwörter) lesen: Beim Kronjuwel geht es um den Erdbeer-Anbau von der Pflanzung bis zur Ernte; bei den Spiessgesellen um die Begegnung von Natur und Kultur im dornenvollen Heckengebüsch; Kunstgewerbe beschreibt die hohe Kunst der Wiesenpflege; beim Geiztrieb werden grosszügig Trauben weggeschnitten, damit die Qualität des Weines steigt; unter Flotzmaul erfährt man Details zum Fressverhalten weidender Rinder. Für mehr Informationen und auf weitere Themen wird auf www.lockpfosten.ch oder www.landwirtschaft.ch verwiesen. Und zuletzt folgt die Unterschrift: "Gut gibt’s die Schweizer Bauern".
Gucklöcher in die Landwirtschaft
Die oben genannten Lockwörter stehen bei einer Erdbeerpflanzung, einer Hecke, einer Naturwiese, einem Rebberg, einer Mutterkuhherde. Sie öffnen Gucklöcher in die Welt der Bauern. Die Leserin, der Leser erfährt bei jedem Lockpfosten etwas Alltägliches und doch meist wenig Bekanntes aus der Landwirtschaft. Und sieht dann vielleicht mit anderen Augen auf die Wunder am Wegrand – darauf, wie die Bauern Beeren, Milch, Fleisch, Wein sowie Obst, Brotgetreide, Kartoffeln, Zucker, Öl, Eier produzieren und wie sie naturnahe Landschaftselemente pflegen: Hecken, Buntbrachen, Blumenwiesen, Hochstamm-Obstbäume, Waldränder.
Die Bauern produzieren Lebensmittel, fördern Lebensvielfalt, gestalten Lebensraum
Lockpfosten geben Einblick in wichtige Produktionszweige und ökologische Ausgleichsflächen der Schweizer Landwirtschaft. Drei Lockpfostenthemen zeigen, wie die Bauern ökologische und allgemeinwirtschaftliche Leistungen erbringen: Die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, die Pflege der Riedwiesen, die Gestaltung der Landschaft und des Lebensraumes. Diese Leistungen sind heute ebenso wichtig, wie die Produktion von Lebensmitteln.
Wer im Hintergrund steht
Lockpfosten sind ein gepflegtes, pfiffiges Instrument bäuerlicher Öffentlichkeitsarbeit. Sie wollen in der Bevölkerung Interesse und Respekt für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern wecken. Lanciert vom Schweizerischen Bauernverband in Brugg, entwickelt und realisiert vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst in Bern, sind es Bauernfamilien in der deutschen und rätoromanischen Schweiz sowie im französisch-deutschsprachigen Grenzgebiet, welche die Pfosten von Frühling bis Herbst bei ihren Feldern, Ställen und Ökoflächen aufstellen – so auch im Jahr 2011.
Lockpfosten von A bis Z
Lockpfosten gibt es zu 33 Themen – zu landwirtschaftlichen Produktionszweigen, ökologischen Ausgleichsflächen und allgemeinwirtschaftlichen Leistungen:
- Alpwirtschaft */**
- Bergroggen *
- Bienen
- Biodiversität */**
- Braugerste *
- Buntbrachen
- Erdbeeren
- Extensivwiesen */**
- Frischgemüse
- Hecken *
- Hochstammkirschen
- Kartoffeln
- Kunstwiesen *
- Lagergemüse
- Landschaft */**
- Legehennen
- Mais **
- Milchkühe */**
- Mostobst
- Natura Beef */**
- Obstkulturen
- Raps
- Reben
- Riedwiesen
- Schafe
- Schweine
- Sonnenblumen
- Strauchbeeren
- Wald *
- Weizen **
- Wiesen und Weiden */**
- Ziegen
- Zuckerrüben
* auch rätoromanisch
** auch französisch
