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Powergras

Schildertext "Powergras"
Diesem Gras kann man im Juli beim Wachsen zuschauen: 5 bis 10 Zentimeter schiesst es täglich in die Höhe (bitte nachmessen!). In 3 Monaten wird es bis 3 Meter hoch und baut viel Energie ein. 75 Prozent davon in die Maiskolben.

 

Woher der Mais kommt und was in ihm steckt Tropenpflanze. Mais ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Gräser (Gramineen). Kolumbus hat sie 1493 aus Südamerika mitgebracht. Seither hat man die Maispflanze durch Selektion (das heisst Auswahl und Vermehrung der geeignetsten Pflanzen) und gezielte Züchtung vom tropischen Klima an unser gemässigtes Klima angepasst. Noch immer braucht der Mais aber eine minimale Temperatur von 6 bis 8 Grad Celsius um zu wachsen.

Leistungskraft. In der Schweiz wird Mais erst seit 1960 verbreitet als Futterpflanze angebaut. Die Hybridzüchtung machte es möglich, das ist eine spezielle Züchtungsmethode, die so funktioniert: Mais ist eine einhäusige Pflanze, das heisst an ein und derselben Pflanze stehen männliche und weibliche Blüten (Fahnen und Kolben). Durch Selbstbestäubung einer Pflanze schafft man Inzucht-Nachkommen. Kreuzt man nun solche Inzucht-Nachkommen miteinander, übertreffen deren Nachkommen die Leistungen der Elternpflanzen deutlich. Der Hybridmais ist in der Schweiz in den letzten 40 Jahren zu einer wichtigen Futterpflanze geworden.

Wachstumsschub. Bei 28 bis 33 Grad Celsius wächst der Mais am besten. Bei den warmen Temperaturen und weil die Pflanzen dann mit 14 bis 20 Blättern eine grosse Assimilationsfläche haben, erfährt der Mais im Juli einen wahren Wachstumsschub. Gleichzeitig beginnen die Pflanzen auch zu blühen.

Maisböden. Maisböden sollen tief gründen, und dazu nährstoffreich und regelmässig mit Wasser versorgt sein. Staunasse Böden eignen sich nicht; auf verdichteten, schlecht drainierten, verschlämmten Böden kümmern die Maispflanzen und können ihre Kraft nicht entwickeln.

Futterwert. Heute bringt der Mais in guten Lagen grosse Futtermengen für Rinder und Schweine. Auf einer Hektare Fläche (= 100 x 100 Meter) wachsen durchschnittlich 16 Tonnen Trockensubstanz mit einem hohen Gehalt an gut verdaulicher Energie. Zum Vergleich: Auf einer ertragreichen Wiese gewinnt man nur 13 Tonnen Trockensubstanz.

Hackordnung

Schildertext "Hackordnung"
Das Hackgerät bringt im jungen Mais einiges in Ordnung: Es bricht Bodenkrusten auf, damit Luft und Wasser zirkulieren können, reisst Unkräuter aus und deckt sie zu. Hacken ist eine umweltfreundliche Pflegemethode, aber aufwändig.

 

Umweltfreundlicher Maisanbau, und was es dazu braucht

Bodenprobleme. Mais keimt erst in warmen Böden von 10 bis 12 Grad Celsius. Darum wird er spät gesät, von Ende April bis Ende Mai. So aber bleibt der Boden bis Ende Mai unbedeckt, der Sonne und dem Regen ausgesetzt. Er kann verkrusten. Im Herbst wird der Mais oft spät geerntet. Wenn der Boden nass ist, wird er verdichtet und nimmt Schaden. Daher empfiehlt sich, höchstens 40 Prozent der Ackerfläche mit Mais zu bepflanzen, obwohl er mehrere Jahre hintereinander auf demselben Feld gedeiht (bei Streifen-Frässaat sind 50 Prozent der Ackerfläche möglich, bei Direktsaat 60 Prozent).

Saattechniken. In den letzten Jahren wurden neue Saattechniken entwickelt, um die Bodenschäden auf Maisfeldern zu vermeiden. Dabei geht es darum, den Boden mit einer Vorkultur zu durchwurzeln und zusammenzuhalten:

  • Wiesenumbruch: Der Bauer sät den Mais in ein Feld, das er im gleichen Frühjahr noch als Wiese genutzt und kurz vor der Maissaat gepflügt und hergerichtet hat. •Streifen-Frässaat: Der Bauer fräst einen Streifen in eine Wiese und legt den Maissamen darin ab. Das Gras stoppt er vor oder nach der Saat mit einem Herbizid, damit die jungen Maispflanzen aufkommen können.
  • Mulchsaat: Nach Getreide sät der Bauer im Herbst eine Gründüngung, die im Winter abstirbt. Im Frühling lockert er den Boden und sät den Mais in die Pflanzenreste (= Mulch) hinein.
  • Direktsaat: Der Bauer spritzt eine Wiese mit einem Herbizid, damit der Grasbestand niedrig bleibt. Den Mais sät er dann ohne weitere Bearbeitung direkt in den Boden.

Hackarbeit. Maiskulturen werden mit Vorteil gehackt. Das durchlüftet die Böden, beeinflusst den Wasserhaushalt günstig und fördert das Wachstum der Pflanzen. Beim Hacken kann man auch Stickstoffdünger einarbeiten, so dass sie von den Pflanzen aufgenommen werden und nicht als Ammoniak in die Luft verdunsten. Problemunkräuter wie Hirsen und Blacken lassen sich mit der Hacke allein nicht wegbringen, sondern nur kombiniert mit einer Spritzung.

Zeitgrenzen. Trotz dieser Vorteile hacken nicht alle Landwirte ihre Maisäcker. Erstens muss der Boden zum Hacken gut abgetrocknet sein, sonst wird der Unterboden verdichtet statt gelockert. Zweitens braucht es für die Arbeit zwei Leute, einer fährt mit dem Traktor, einer steuert das Hackgerät. Daher beschränken sich viele Bauern – besonders auf Einmannbetrieben – auf die chemische Unkrautbekämpfung mit der Feldspritze.

Nagelprobe

Schildertext "Nagelprobe"
Mit dem Daumennagel schätzt der Bauer den Trockensubstanz-Gehalt (TS) der Maispflanze. Bei 28% bis 35% TS ist das Korn mehlig bis glasig und lässt sich nur schwer mit dem Nagel anritzen. Jetzt ist der Mais reif zum Silieren.

 

Wie Mais geerntet und zu Futter verarbeitet wird

Trockensubstanz: Die Trockensubstanz (TS) einer Pflanze ist ihr Gewicht nach Entzug des Wassers. In jungen Maispflanzen ist der Wassergehalt hoch. Mit zunehmender Reife sinkt er anteilsmässig und der Trockensubstanzgehalt steigt.

Erfahrungssache. Es braucht Erfahrung, um den Trockensubstanz-Gehalt beim Mais zuverlässig zu schätzen. In einem einzigen Tag kann der TS-Gehalt deutlich zunehmen. Zu berücksichtigen sind: Die Sorte, das Wachstum in diesem Jahr, die Witterung, die Einflüsse von Krankheiten und Schädlingen.

Erntegut. Mais wird auf verschiedene Art geerntet, konserviert und verfüttert:

  • Ganzpflanzensilage: Die ganzen Pflanzen werden geschnitten, gehäckselt und siliert.
  • Teilpflanzensilage: Die Pflanzen werden nahe bei den untersten Kolben abgeschnitten; die unteren Teile des Stängels bleiben stehen. Je weniger Stängelanteil, desto mehr Energiegehalt hat das Futter und desto geeigneter ist es für die Fütterung von Hochleistungskühen. 
  • Corn Cob Mix: Die ganzen Kolben, bestehend aus den Spindeln und den Körnern werden abgetrennt, gehäckselt und siliert.
  • Trockene Körner. Die Körner werden gedroschen, auf höchstens 14 Prozent Wassergehalt getrocknet, zu Mehl gemahlen und einem Mischfutter beigegeben.

Siliertechnik. Zum Silieren werden die Maispflanzen mit einem Mähwerk geschnitten und von einem Häcksler zu 6 bis 8 Millimeter kleinen Stücken zerschnitten. Das Häckselgut muss dann zügig in ein Silo eingefüllt, verdichtet und luftdicht abgeschlossen werden. Wie bei der Herstellung von Sauerkraut setzt dann eine Milchsäuregärung ein. Manchmal wird ein Konservierungsmittel beigegeben, damit keine unerwünschten Nachgärungen entstehen. Sie würden die Silage verderben.