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Warum unsere Pflanzen Schutz brauchen

Die Schweizer Landwirte treffen viele vorbeugende Massnahmen, um ihre Kulturen vor Krankheiten oder Schädlingen zu schützen: Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, gesundes Saatgut oder resistente Sorten. Das reicht aber nicht immer, um die hohen Qualitätsansprüche der Abnehmer zu erfüllen: Bei Früchten oder Gemüse ist im Laden das tadellose Aussehen besonders wichtig. Eine kleine Raupe auf einem Salatkopf führt dazu, dass ein Gemüsebauer die Ernte eines ganzen Tages oder Feldes nicht verkaufen kann. Weil sie auf den Erlös aus dem Produktverkauf angewiesen sind, kommen die Bauernfamilien nicht darum herum, befallene Kulturen zu behandeln.

Strenge Gesetze und Auflagen

Für Behandlungen gelten strenge Gesetze und Auflagen: Nur wenn sich z.B. auf mehr als einem Drittel seiner Kultur Kartoffelkäfer tummeln, ist es erlaubt einzuschreiten. Wenn es ein Biofeld ist, dann darf der Landwirt ein natürliches Bakterienpräparat ausbringen. Für gewisse Labelprodukte gilt eine reduzierte Wirkstoffliste und für die herkömmliche Produktion die vom Bundesamt für Landwirtschaft offiziell bewilligten Mittel zu Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Der Einsatz eines Mittels ist mit weiteren Auflagen verbunden: Tageszeit, Wetter, Stadium der Pflanze (z.B. nur vor der Blüte wegen den Bienen), Abstände zu Oberflächengewässer oder Mindestwartefristen vor der Ernte.

Biomittel auf Vormarsch

Immer mehr setzen auch konventionell wirtschaftende Landwirte biologische Mittel ein. So hat sich beispielsweise die Schlupfwespe als Nützling gegen den Maiszünsler praktisch flächendeckend durchgesetzt. Auch die Verwirrungstechnik mit einem natürlichen Duftstoff gegen den Apfelwickler ist weit verbreitet. In der Schweiz werden heute zirka 2200 Tonnen Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Ein Drittel davon sind Mittel natürlichen Ursprungs, die für den Biolandbau zugelassen sind.

Was wäre ohne?

Die Schweizer steht im Vergleich gut da. Gegenüber Deutschland setzten wir bis zu 42 Prozent weniger Mittel ein. Wenn wir ganz auf sämtliche Pflanzenschutzmittel verzichten würden, dann ginge unsere Produktion um 20-40% zurück. Und sicher erreichten die Schweizer Bauern nicht annähernd die verlangte Qualität. Die fehlende Menge müssten wir mit zusätzlichen Importen decken.

Praktisch keine Rückstände auf den Lebensmitteln

Jährlich beanstanden amtliche Kontrollen 1-2% der Proben aus Schweizer Herkunft. Bei Lebensmitteln aus Asien liegt die Beanstandungsquote bei 30 Prozent. Obwohl wir im Vergleich gut dastehen, geben wir uns damit nicht zufrieden. So sind in der Schweiz Anstrengungen im Gang, um die Beanstandungsquote weiter zu senken. Ganz auf Null wird es nicht mehr gehen, denn die immer feineren Analysenmethoden finden auch die Verunreinigungen die gar nicht auf eine Behandlung zurückgehen.

Unser Trinkwasser ist top

Wir haben in der Schweiz Hahnenwasser, das weltweit spitze ist. Man kann es bedenkenlos trinken. An 98 Prozent der Grundwassermessstellen ist der Grenzwert von 0.0000001g pro Liter eingehalten. Aber das Ziel ist natürlich 100 Prozent. Die Landwirtschaft arbeitet intensiv daran, die Eintrittsquellen und Ursachen für die zwei Prozent problematische Standorte zu finden. Diese «Lecks» gilt es zu stopfen. Denn auch die Bauernfamilien wollen sauberes Trinkwasser.

Perfektion

Schildertext «Perfektion»
Attraktiv sollen sie sein, die Früchte und das Gemüse im Laden. Blattlausbefall oder Pilzflecken bedeuten für Bauernfamilien unverkäufliche Produkte. Von Krankheiten oder Schädlingen befallene Pflanzen behandeln sie deshalb gezielt mit Pflanzenschutzmitteln.

Gesundheit

Schildertext «Gesundheit»
Synthethische und natürliche Pflanzenschutzmittel sind Medikamente für Pflanzen. Sie kommen bei Pilz- oder Insektenbefall zum Einsatz. Sogenannte «Schadschwellen» definieren, ab wann ein Mittel nötig ist. Diese verhindern einen voreiligen Einsatz, was die Umwelt schont und Kosten spart.

Mitbestimmung

Schildertext «Mitbestimmung»
Trotz vielen vorbeugenden Massnahmen breiten sich je nach Wetter Krankheiten, Schädlinge und Unkraut aus. Mit dem Kauf von Schweizer Lebensmitteln aus integrierter oder biologischer Produktion kann jede/r den nachhaltigen Anbau fördern.