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Räuberfalle

Schildertext "Räuberfalle"
Der Glanzkäfer ist ein gefräs-siger Rapsräuber. Er fliegt auf Gelb. Rübsen blühen gelb wie Rapspflanzen, aber früher als diese. Wer zwei Prozent Rübsen in den Rapsbestand sät, lockt den Glanzkäfer auf die Rübsen und rettet den Raps.

 

Wie die Rübsen den Raps schützen

Rapsblüte. Die Rapspflanze blüht im April bis Mai während zwei bis drei Wochen. Die einzelnen Blüten des Blütenstandes öffnen sich von unten nach oben und bleiben je während eines Tages offen.

Bienenweide. Wegen der langen Blühzeit ist Raps eine beliebte Bienenweide, zur Freude der Imker, die grosse Honigerträge ernten und zum Nutzen der Rapsbauern, deren Pflanzen fleissig befruchtet werden und dann reich Schoten tragen. Rapsblüten werden auch vom Wind und von anderen Insekten bestäubt, so vom Rapsglanzkäfer.

Schädlinge. Vereinzelt vorkommende Rapsglanzkäfer wirken nützlich. Sobald sie sich aber zu stark vermehren (bei mildem feuchtem Frühlingswetter oder wenn zu viele Rapsfelder nebeneinander liegen), beginnen sie die Blüten abzufressen. Um das Vorkommen von Schädlingen festzustellen, legt der Landwirt vor der Blüte eine leuchtend gelbe Schale ins Rapsfeld. Wenn er darin Erdflöhe, Glanzkäfer und Stengelrüssler findet, muss er sie bekämpfen.

Räuberfalle. Die oben beschriebene Methode ist – bei geringem Schädlingsbefall – eine elegante Möglichkeit, um die Schädlinge im Feld vom Raps auf die attraktiveren Rübsen zu lenken. Es gibt zwei Möglichkeiten dazu: 1. IP-Bauern fangen mit einem fünf Meter breiten Rübsen-Randstreifen einfliegende Insekten auf. Sie prüfen täglich, wie viele Schädlinge auf den Pflanzen sitzen. Ab einer festgesetzten Schadschwelle (3 bis 5 Glanzkäfer pro Pflanze) bekämpfen sie den Schädling auf der Rübse chemisch, ohne vorerst den Raps zu spritzen. 2. Biobauern säen die zwei Prozent Rübsen gleichmässig verteilt im Rapsbestand aus und decken so den Schadinsekten im Rapsfeld einen anderen Tisch.

Erdenöl

Schildertext "Erdenöl"
Raps ist die wichtigste Speiseöl-Pflanze der Schweiz. Rapspflanzen wurzeln bis zwei Meter tief in der Erde. Rapskörner bestehen zu 40 Prozent aus Öl. Rapsöl enthält wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Eignet sich zu Salaten und zum Braten.

 

Welche Vorzüge hat das Rapsöl?

Ackeröl. Im Vergleich zum Erdöl, das in tiefen Erdschichten liegt, kommt Rapsöl aus der obersten Bodenschicht. Die Samen werden 1 bis 2 Zentimeter tief gesät, die Wurzeln der ausgewachsenen Pflanzen reichen bis 2 Meter tief, tiefer als die Wurzeln der meisten übrigen Ackerpflanzen.

Fruchtfolge. Im Vergleich zum Erdöl, das sich nicht erneuert, kann Raps alle vier bis sieben Jahre wieder auf demselben Boden wachsen. In der Landwirtschaft wechselt man die Folge der Kulturen, um den Böden ausgewogen Nährstoffe zu entziehen und um ein Gleichgewicht der Bodenlebewesen zu erhalten. Ohne dieses Gleichgewicht vermehren sich Schädlinge und verbreiten sich Krankheiten.

Speiseöl. Im Vergleich zum Erdöl, das als Brennstoff und Industrierohstoff verwendet wird, dient Raps zuerst der Ernährung von Menschen und Tieren: Rapsöl ist (neben Sonnenblumenöl) das einzige einheimische Speiseöl. Es gibt auch kaltgepresstes Rapsöl, das besonders wertvoll für die Ernährung ist. Beim Pressen der Rapskörner bleibt der Rapskuchen zurück. Er ist eiweissreich und wird – anstelle von importiertem Soja-Extraktionsschrot – dem Futter von Rindern, Schweinen und Hühnern beigemischt.

Biodiesel. Im Vergleich zum Erdöl, das Luft, Erde und Wasser verschmutzt, ist Rapsöl umweltfreundlich. Es ist CO2-neutral, das heisst: die Rapspflanzen nehmen beim Wachsen soviel CO2 auf, wie sie später bei der Verbrennung frei setzen. Aus Rapsöl wird in einem Fabrikationsprozess Rapsmethylester hergestellt, der sich zum Betrieb von Dieselmotoren eignet. Schmieröle aus Raps sind nach drei Wochen fast abgebaut. Daher eignen sie sich ideal für Kettensägen, Baumaschinen, Bootsmotoren, überall wo Erdreich und Wasser geschützt werden müssen.

Platzkonzert

Schildertext "Platzkonzert"
Reife Rapsschoten platzen bei feinster Berührung. Daher zieht am Mähdrescher hinter dem Mähbalken ein Förderband die herausgeplatzten Körner und die Pflanzen herein. Der Tambour trommelt dann die letzten Körner aus den Schoten.

 

Wie heikel es ist, Raps zu ernten

Erntezeit. Raps ist elf Monate nach der Saat, ab Mitte Juli reif zum Dreschen. Jetzt wird es heikel: schon ein Platzregen, ein Hagelwetter oder ein Schwarm Vögel können die Schoten eines ganzen Feldes platzen lassen. Dann ist die Ernte verloren.

Wassergehalt. Zum Dreschen darf der Wassergehalt der Körner nicht zu tief und nicht zu hoch sein. Am frühen Morgen oder Abend, wenn die Luft noch feucht ist, aber auch wenn der Raps noch nicht ganz ausgereift ist, enthält die Rapspflanze relativ viel Wasser. Wer bei 15 Prozent Wassergehalt drischt, hat den Vorteil, dass die Schoten nicht platzen und wenig Verlust entsteht. Doch die Kosten für die Trocknung der Rapskörner sind dann hoch. (Nach dem Dreschen werden die Rapskörner auf sechs Prozent Wassergehalt getrocknet, damit sie lagerfähig sind). Bei einem Wassergehalt von 10 Prozent braucht es weniger Trocknungsaufwand, die Schoten platzen aber früher und es entsteht mehr Ausfall. Bis zu 50 Prozent der Körner können so auf die Erde fallen.

Drescharbeit. Raps wird mit gleichen Mähdreschern geerntet, wie sie für das Getreide verwendet werden. Hinter dem Mähbalken ist zusätzlich der so genannte Rapstisch montiert. Das kann ein Blech sein oder bei bestimmten Mähdrescher-Marken das oben beschriebene 60 Zentimeter lange Förderband. Man muss mit dem Mähdrescher ganz langsam und vorsichtig fahren, damit die Rapspflanzen erst dann geschüttelt werden, wenn der Mähbalken sie erfasst. So fallen die meisten Rapskörner auf den Rapstisch. Vom Rapstisch werden sie nach hinten gefördert, gelangen über das Schneidwerk zur Dreschtrommel (= Tambour), dann in den Dreschkorb und landen zum Schluss im Körnertank des Mähdreschers. Solches Dreschen ist eine Kunst.