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Kraftwurzel

Schildertext "Kraftwurzel"
Die Zuckerrübe wurzelt tief und verhindert Nitrat- auswaschung. Nach der Ernte bleiben feine Wurzeln im Boden, sie durchlüften ihn und werden zu Humus abgebaut. Die Kraft der Rüben kommt der nachfolgenden Getreidekultur zugute.

 

Wie die Zuckerrübe den Boden mit Kraft durchwurzelt
und ihm gut tut

Wurzelwerk. Die Zuckerrübe besteht aus einer Pfahlwurzel – der Rübe – und einem sich fein verästelnden Wurzelwerk, das bis 1,5 Meter tief reicht. Für den Boden wirkt dieses Wurzelwerk wunderbar.

Gewässerschutz. Die Wurzeln der Zuckerrübe nehmen während des Sommers bis in die tiefen Erdschichten Stickstoff und Phosphor auf. Nach Rüben enthält der Böden daher wenig löslichen Stickstoff und so werden im Winter nur minime Mengen Nitrat ausgewaschen.

Humusbildung. Nach der Ernte der Rüben bleiben die feinen Wurzeln im Boden. Würmer und andere Bodentieren fressen sie. Die Bodenlebewesen vermehren sich, der Boden ist durchlüftet und wieder reich an Humus und Nährstoffen für die Folgekulturen.

Fruchtfolge. Die Landwirte wechseln auf ihren Feldern bewusst die Reihenfolge der Pflanzenkulturen; das nennt man Fruchtfolge. Zuckerrüben vor und nach Getreide wirken gut auf die Pflanzengesundheit, weil die Erreger von Getreidekrankheiten im Zuckerrüben-Jahr zugrunde gehen.

Gaswerk

Schildertext "Gaswerk"
Zuckerrüben produzieren vier Mal mehr Sauerstoff als der Wald auf gleicher Fläche, und gleichzeitig viel Energie in Form von Zucker. Je mehr Süssstoff eine Pflanze bildet, desto mehr Sauerstoff entsteht.

 

Wie die Produktion von Süsstoff und Sauerstoff zusammenhängen

Assimilation. Pflanzen sind kleine natürliche Kraftwerke und Produktionsstätten: Aus Kohlensäure (CO2) der Luft und Wasser bilden sie Kohlehydrate: Zucker, Stärke, Zellulose. Das Sonnenlicht wirkt als Energiequelle. Bei diesem Prozess – man nennt ihn „Assimilation“ – entsteht Sauerstoff. Allgemein ist bekannt, dass der Wald viel Sauerstoff produziert. Weniger bekannt ist, dass landwirtschaftliche Kulturen dasselbe leisten, ja mehr! Spitzenreiter ist die Zuckerrübe.

Energiepflanze. Je mehr Energie in Form von Kohlehydraten eine Pflanze erzeugt, desto mehr Assimilation muss sie betreiben, das heisst desto mehr Kohlendioxid verbraucht sie und desto mehr Sauerstoff erzeugt sie. Die Zuckerrübe ist die Pflanze, die im Lauf einer Vegetationsperiode am meisten Energie aufbaut, dies in Form von Zucker. Daher bringt sie auch die höchste Luftreinigungsleistung: Sie nimmt am meisten CO2 auf und produziert am meisten Sauerstoff (O2): auf einem Fussballfeld-grossen Acker soviel, wie 60 Menschen während eines Jahres atmen.

Fazit. Im Jahr 2000 produzierten die Rübenpflanzer der Schweiz 218'500 Tonnen Zucker und den Jahresbedarf an Sauerstoff für über eine Million Menschen. So erzeugt die Landwirtschaft Nahrung und nebenbei viel Luft zum Atmen.

Rübenmaus

Schildertext "Rübenmaus"
Nach der Ernte liegen die Zuckerrüben am Feldrand unter einem Vlies, bereit zum Abtransport. Bald erscheint die Rübenmaus. Sie ist tag- aktiv, gelb, gefrässig … und sie bewegt sich mit Motorengeräusch.

 

Wie Zuckerrüben kooperativ geerntet und
abgeliefert werden

Steckbrief. „Rübenmaus“ heisst die Maschine zum Verladen der Zuckerrüben am Feldrand. Die Rübenmaus ist von Mitte September bis Mitte Dezember unterwegs. Sie hat eine 8,5 Meter breite Schnauze und einen 11,5 Meter langen Schwanz. Sie kostet stolze 550’000 Franken und wird von den Zuckerrübenpflanzern eines Gebietes gemeinsam beschafft und benutzt.

Einsatz. Die Rübenmaus lädt – Acker um Acker – die Zuckerrüben auf Wagen, die zum nächsten Verladebahnhof oder direkt in die Zuckerfabrik fahren. 80 Prozent der Zuckerrüben werden per Bahn in die Fabriken nach Aarberg oder Frauenfeld transportiert.

Putzmaus. Die Rübenmaus entfernt während des Verladens die Erde, die noch an den Rüben haftet. Früher klebten etwa 200 Kilogramm Erde an einer Tonne Zuckerrüben; heute sind es noch etwa 50 Kilogramm. In der Zuckerfabrik wird die Erde abgewaschen, abgefiltert, auf Halde gekippt und dann wieder zu den Bauernhöfen zurückgebracht.

Kooperation. Im Zuckerrübenanbau ist Zusammenarbeit gross geschrieben, nicht nur beim Einsatz der Rübenmaus. In der Beratung, bei der Saat, im Pflanzenschutz, bei der Ernte und auch in der Öffentlichkeitsarbeit spannen die 7000 Rübenpflanzer der Schweiz eng zusammen.