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Jugendschwarm

Schildertext «Jugendschwarm» 
Etwa jedes vierte Bienenvolk (1 Königin, bis 40'000 Arbeitsbienen, einige 100 männliche Drohnen) teilt sich im Frühsommer: Das halbe Volk schwärmt mit der Königin aus. Der Rest bleibt, mit einer jungen Königin. Sie fliegt zum Hochzeitsflug, umschwärmt von Drohnen. Dann legt sie Eier.

 

Wie sich Bienenvölker ständig erneuern

Königinnentrank. Die Königinnenlarven wachsen in der Wabe in der extra für sie gebauten, grösseren Weiselzelle heran. Im Unterschied zu den  normalen Larven – den späteren Arbeitsbienen – enthalten sie den speziellen Futtersaft Gelée Royale, der sie erst zu Königinnen macht. Schon sechs Tage nach dem Schlüpfen fliegen sie aus. Auf diesen Hochzeitsflügen lässt sich eine Königin im freien Flug von mehreren Drohnen aus anderen Völkern begatten und füllt ihre Samenblase mit drei bis sieben Millionen Spermien.

Heldentod. Zurück im Volk, startet sie mit dem Legen von bis zu 1200 Eiern pro Tag. Beim Öffnen der Samenblase entweichen männliche Samenzellen und befruchten die Eizelle. In diesem Fall gibt es Arbeiterinnen. Lässt die Königin die Spermatheke geschlossen, bleiben die Eier unbefruchtet und es entstehen Drohnen. Diese haben nur eine Aufgabe: die Begattung von Königinnen. Sie sterben sofort nach der Paarung.

Auszug. Ist das Volk genug gross und in Schwarmstimmung, zieht die alte Königin mit einem Teil des Volkes aus und setzt sich beispielsweise an einem Baum nieder. Der Imker oder die Imkerin fängt den Schwarm dort ein und gibt ihm eine neue Bienenwohnung, in der die Schwarmkönigin ein neues starkes Bienenvolk aufbaut. Im zurückgelassenen Volk streiten sich die Jungköniginnen um die Vorherrschaft, nur die Siegerin überlebt. Nach dem Hochzeitsflug übernimmt sie das Zepter im Volk und nimmt die Produktion von neuen Eiern auf. Königinnen werden bis zu fünf Jahre alt.

Klebepelzchen

Schildertext «Klebepelzchen»
Honigbienen saugen Nektar von Pflanzenblüten. Dabei bleibt an ihrem Körperpelz Pollen (Blütenstaub) kleben. Diesen kämmt die Biene zum Heimtransport ins Pollenhöschen am hintersten Beinpaar. Vom Körperpelz bleibt Pollen am Stempel anderer Blüten kleben. Und befruchtet sie.

 

Wie die Bienen unsere Ernährung sichern

Befruchterin. Das Bienenvolk legt Honig vor allem als Nahrungsvorrat für den harten Winter an, wenn es in der Natur keinen Nektar zu ernten gibt. So gerne die Menschen den Honig haben, der eigentliche Nutzen der Biene liegt woanders: Beim Nektarsammeln fliegt die Biene nämlich von Blüte zu Blüte, dabei bleiben Pollen an ihren Beinen hängen. Diese verteilt sie unbewusst auf die Narben der anderen Blüten und sorgt so für deren Befruchtung. Etwa 80 Prozent der wichtigsten Kulturpflanzen sind auf die Insektenbestäubung angewiesen.

Karriere. Kurz nach dem Schlüpfen aus der Larve übernehmen Arbeitsbienen ihre erste Aufgabe in ihrem kurzen Leben und beginnen als Zellputzerinnen mit dem Säubern der Brutzellen. Zwischen dem dritten und zwölften Lebenstag arbeiten sie als Ammenbienen und füttern die Larven. In der letzten Phase als Stockbiene stellen sie Honig her, lagern ihn ein, bauen aus körpereigenem Wachs die sechseckigen Waben oder bewachen als Wächterbienen den Stockeingang. Erst ab dem zwanzigsten Tag verlassen sie den Stock als Flugbiene und sammeln bis an ihr Lebensende Nektar, Honigtau, Pollen und Wasser als Futtergrundlage für den Stock.

Wärme. Wenn das Angebot an Pollen und Nektar in der Umgebung nicht ausreicht, überbrückt der Imker dies mit Zuckerwasser. Sommerbienen sterben nach etwa einem Monat, Winterbienen werden hingegen sechs bis neun Monate alt. Sie leben von den im Sommer gebildeten Vorräten und füttern die Königin. Das Volk bildet eine wärmende Wintertraube und sorgt so für die nötige Betriebstemperatur im Stock.

Bienenfleiss

Schildertext «Bienenfleiss»
Honigbienen sind im Frühjahr die ersten auf der Blütenweide. Und nur sie fliegen stets auf Blüten der gleichen Pflanzen – auf Blüten von Kirschen, Löwenzahn, Schlehdorn, Raps, Linden ... Honigbienen befruchten 80% der Blütenpflanzen. Und fliegen 8000 Kilometer für 1 Kilo Honig.

 

Bienen sind blütenstetig

Schlagkraft. Im Gegensatz zu den Wildbienen leben Honigbienen während des ganzen Jahres in Völkern von 5000 bis 40000 Tieren. Von dieser immensen Schlagkraft profitieren im Frühling die blühenden Obstbäume, wenn innert kürzester Zeit Millionen von Blüten bestäubt werden müssen. Der Wert des verkauften Honigs liegt weit unter dem, was die Bienen sonst für die Volkswirtschaft leisten. Fachleute gehen davon aus, dass die Bestäubung von landwirtschaftlichen Kulturen bis zu sechs Mal mehr Wert ist.

Treue. Die Biene ist blütenstetig: Einmal auf Löwenzahn gelandet, konzentriert sich eine Biene auf diese Pflanzenart, bis sie dort nicht mehr genügend Nektar oder Pollen findet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung deutlich an. Überwiegt in einem Gebiet ein Nektarlieferant, kann Sortenhonig geerntet werden, beispielsweise Edelkastanien- oder Weisstannenhonig.

Veredelung. Überwiegt in einem Gebiet ein Nektarlieferant, kann Sortenhonig geerntet werden, beispielsweise Edelkastanien- oder Weisstannenhonig. In der kleinräumigen Schweiz sind allerdings Mischhonige häufiger, weil die Bienen Nektar von vielen verschiedenen Pflanzen in die Stöcke bringen. Wichtige Nektarlieferanten sind neben den Obstbäumen der Löwenzahn, der Raps oder im Wald die Weiss- und die Rottanne.