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Das fressen unsere Nutztiere

Unsere Berge und Hügel sowie das eher feuchte Klima macht aus der Schweiz ein typisches Grasland. Mehr als zwei Drittel unserer Landwirtschaftsfläche eignet sich nicht für den Ackerbau. Die vielen Wiesen und Weiden produzieren aber bestes Futter für Kühe, Ziegen oder Schafe, die daraus hochwertige Lebensmittel wie Fleisch, Milch oder Käse machen. So können wir Menschen diese Flächen auch für unsere Ernährung nutzen. Dank Raufutter wie Gras, Heu oder Silage produzieren wir 86% des benötigten Tierfutters selber.

Importe

Bei den 14% Futtermittelimporten handelt es sich vor allem um Getreide und Soja. Beides bekommen in erster Linie unsere Hühner und Schweine zu fressen, die Raufutter nicht verdauen können. Ein kleiner Teil gelangt auch als sogenanntes Kraftfutter in die Milchviehhaltung. In den letzten 20 Jahren ging der Anbau von Futtergetreide in der Schweiz stark zurück. Der Grund ist der tiefe Produzentenpreis, mit dem die Kosten für die Bauern nicht gedeckt sind. Es läuft zurzeit ein Projekt, um den Futtergetreideanbau in der Schweiz wieder zu fördern.

Nachhaltiges Soja

Beim Eiweiss haben wir in der Schweiz und generell in Europa eine Unterversorgung. Deshalb importieren wir Sojaschrot und Sojapresskuchen, das sind die eiweissreichen Rückstände der Sojaölgewinnung. Weil wir uns den mit dem Anbau Soja verbundenen ökologischen und sozialen Problemen bewusst sind, kauft die Schweizer Landwirtschaft ausschliesslich gentechfreies und zu 99% aus zertifiziert nachhaltiger Produktion stammendes Soja.

Abfallverwertung

Wir verfüttern jährlich auch rund 200 000 Tonnen Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie. Dabei handelt es sich um Müllereinebenprodukte, Rapskuchen, Zuckerrübenmelasse, Trockenkartoffeln, Magermilchpulver, Fette, Malzkeime und Trockentreber. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Reduktion von Food Waste.

Alles unter Kontrolle

Nutztiere in der Schweiz erhalten nur streng kontrollierte, art- und umweltgerechte Futtermittel. Diese enthalten weder gentechnisch veränderte Organismen noch Tiermehl. Die Zugabe von Hormonen war schon immer und die Zugabe von Antibiotika zur Leistungsförderung ist in unserem Land seit 1999 verboten.

Weniger Tiere?

Die Schweizer Bauern produzieren nicht mehr Fleisch als die Schweizer Konsumenten essen. Beim Geflügel werden fast 50% des Bedarfes importiert. Ein Abbau der Tierbestände in der Schweiz ohne gleichzeitig Änderung des Konsums würde daher dazu führen, dass mehr Fleisch aus dem Ausland importiert werden müsste. Das wäre weder für die Umwelt und noch das Tierwohl ein Gewinn.

Grasland

Schildertext «Grasland»
Auf drei Vierteln der Schweizer Landfläche wächst nur Gras. Im Gegensatz zum Menschen, können Wiederkäuer wie Kühe, Schafe oder Ziegen Gras verwerten. Sie produzieren daraus Milch und Fleisch. In der Schweiz Tiere zu halten, macht deshalb Sinn.

Verantwortung

Schildertext «Verantwortung»
Hühner und Schweine können Gras nicht verwerten. Sie brauchen andere Energie- und Eiweissquellen. Da wir in der Schweiz nicht genug geeignete Ackerflächen für Soja haben, müssen wir Eiweiss importieren. Wir kaufen es aus zertifiziert nachhaltiger Produktion.

Heimfutter

Schildertext «Heimfutter»
85% des Tierfutters wird in der Schweiz produziert. Allem voran Raufutter wie Gras, Heu oder Silage. Futtergetrede könnten wir viel mehr produzieren. Der Anbau lohnt sich aber wirtschaftlich im Moment nicht, weil der Preis zu tief ist.