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Hofdünger - mehr als Nährstoffe

Die Landwirtschaft entzieht dem Boden ständig Nährstoffe, weil die Bauernbetriebe das Gras, die Äpfel, die Kartoffeln, die Getreidekörner ernten und für die menschliche Ernährung oder als Tierfutter wegführen. Ersetzen sie diese nicht, "verarmt" der Boden, es wächst immer weniger. Es ist deshalb wichtig, dem Boden die entzogenen Nährstoffe wieder zurückzugeben. Das passiert durch die sogenannte Düngung. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Hofdünger - also Mist und Gülle - Mineraldünger oder Kompost.

Gülle ist flüssig und besteht aus dem aus dem Urin und Kot der landwirtschaftlichen Nutztiere. Mist ist ein wertvoller organischer Dünger, der sich ebenfalls aus Exkrementen der Tiere gemischt mit der Einstreu zusammensetzt. Einstreu ist vor allem Stroh, das als Bodenbedeckung in Ställen ausgelegt wird, die Exkremente auffängt und bindet. Mist und Gülle fallen täglich beim Säubern der Ställe an und werden auf dem Misthaufen respektive im Güllebehälter gesammelt.

Gülle und Mist bringen viele Vorteile

Das geschnittene Gras, aber auch Getreide dient den Tieren als Futter. Im Magen verdauen sie dieses. Was der tierische Organismus nicht benötigt oder verwerten kann, scheidet er im Urin und Kot wieder aus. Die in den Exkrementen enthaltenen Nährstoffe verwerten die Bauernfamilien als Dünger weiter und bringen sie so zurück aufs Feld. Der Nährstoffkreislauf schliesst sich.

Wir Menschen müssen essen, um unseren Körper mit der Energie und Nährstoffen zu versorgen. Das ist bei den Pflanzen nicht anders. Sie brauchen für ihr Wachstum Licht, Wärme, Luft und Nährstoffe. Den Nährstoffen kommt für das Gedeihen der Pflanzen eine besonders grosse Bedeutung zu. Je nach Pflanzenart ist der Nährstoffbedarf unterschiedlich. Haben die Pflanzen zu wenig oder die falschen Nährstoffe entsteht eine Mangelversorgung. Diese behindert das Pflanzenwachstum oder lässt sie ganz absterben.

Auflagen für den Einsatz

Gülle und Mist fallen laufend an. Die Bauern dürfen diese jedoch nicht beliebig oder jederzeit auf die Felder bringen. Der Zeitpunkt ist durch die Jahreszeit, Kulturart, deren Nährstoffbedarf, dem Entwicklungsstadium der Pflanzen sowie durch Trockenheit, Nässe oder heisse Temperaturen eingeschränkt. Beispielsweise ist es verboten, Hofdünger auf gefrorenen Boden oder Schnee auszubringen. Deshalb muss jeder Betrieb über eine genügend grosse Lagerkapazität für Gülle verfügen.

Tiere und Pflanzen ergänzen sich

Der bei uns ursprünglich typische gemischte Bauernhof mit verschiedenen Tierarten und vielfältigen Kulturen ist in Bezug auf den Nährstoffkreislauf ideal. Er produziert das Futter für seine Tiere, kann das Stroh des Getreides als Einstreu nutzen und hat Gülle oder Mist, um seine Pflanzen weitgehend mit Nährstoffen zu versorgen. Auf vielen Betrieben deckte der Nährstoffanfall über die betriebseigenen Hofdünger einen wesentlichen Teil des Nährstoffbedarfs der Kulturen.

Da sich die Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen vermehrt spezialisieren, findet der Nährstoffaustausch heute oft überbetrieblich statt. Der überbetriebliche Hofdüngeraustausch ist geregelt. Betriebe ohne Tiere müssen den Nährstoffbedarf ihrer Kulturen über Mineraldünger decken oder Hofdünger von anderen Betrieben zuführen.

Lebenselixier

Schildertext "Lebenselixier"

Pflanzen brauchen für ihr Wachstum Nährstoffe. Durch die Ernte werden Nährstoffe weggeführt. Bauernfamilien müssen diesen «Verlust» mit Düngern wieder ersetzen. Hofdünger wie Mist oder Gülle eigen sich besonders gut dafür: Neben der Nährstofflieferung tragen sie auch zur Humusbildung bei. 

Kreislauf

Schildertext "Kreislauf"

Tierhaltung und Pflanzenbau ergänzen sich optimal. Die Tiere produzieren Gülle und Mist, die sich als Dünger für die Pflanzen nutzen lassen. Ein Teil der Pflanzen dient in Form von Gras, Heu, Silage oder Futtergetreide wiederum als Futter für die Tiere. Je geschlossener der Nährstoffkreislauf, desto besser für die Umwelt. 

Regelwerk

Schildertext "Regelwerk"

Gülle und Mist fallen laufend an. Es ist klar geregelt, wann und wieviel davon die Bauern auf ihre Felder ausbringen dürfen. Es darf nur so viel sein, wie die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Jeder Betrieb braucht deshalb eine genügend grosse Lagerkapazität.